BÖDEN VERLEGEN

Beim Renovieren für Investoren stellt das Boden Verlegen eine tolle Möglichkeit dar, um deine Anlagewohnung aufzuwerten.

Hier findest du eine Komplettanleitung, damit du einen neuen Boden um exakt € 1.006,08 verlegen kannst.

Vor allem in unmöblierten Wohnungen ist der Boden ein wichtiger Bestandteil für potentielle Mieter oder Käufer.

Helle Farben (Ahorn, Bergahorn, Birke) sind vielseitig kombinierbar, vergrößern optisch den Raum und wirken freundlich auf das Gemüt. Zudem ermöglichen hellere Farben mehr Möglichkeiten für die spätere Einrichtung. Dunkle oder Böden mit starkem Rotstich hingegen, sind nur für eine kleinere Zielgruppe attraktiv.

Die Nutzungsklasse sollte mindestens mit N23 (hohe Nutzung in privaten Wohnbereichen) oder N31 (geringe Nutzung im gewerblichen oder öffentlichen Bereich) deklariert sein. Die Nutzungsklasse ist jedoch kein Gütesiegel für Qualität. Diese ist von vielen anderen Faktoren, wie Trägerplatte oder Einlageschichten abhängig. Im unteren Preissegment sind die Klicksysteme (für das Zusammenstecken der einzelnen Dielen) wenig robust oder die Dielen können nicht einwandfrei geschnitten oder gesägt werden, ohne dass es zu Rissen in der obersten Schicht führt. Zudem kann es passieren, dass die Oberfläche bereits beim Zusammenstecken der einzelnen Dielen reisst. Die Risse an der Kante wirken wie schwere Gebrauchsspuren.

Vorbereitung:

Der alte Boden wird entfernt, sowie alle darunterliegenden Schichten wie Vinyl oder Teppiche. Sämtliche Rückstände und Unebenheiten am Estrich können mit Hammer, Meissel und Spachtel entfernt werden.

Anschließend solltest du Übergangsprofile anbringen.

Neben Übergangsprofilen gibt es auch die Möglichkeit Anpassungsprofile zu verwenden, falls die Raumhöhe in den zu verbindenden Räumen unterschiedlich ist. Profile werden in der Regel mit Dübel und Schrauben in den Estrich gebohrt. Alternativ gibt es selbstklebende Profile, die ausreichend haften, da auf beiden Unterseiten des Profils die Dielen des neuen Boden aufliegen.

Danach kann die selbstklebende Trittschalldämmung über den gesamten zu verlegenden Boden ausgerollt werden.

Die Trittschalldämmung kann mit dem Stanley Messer geschnitten werden und sollte so verlegt werden, damit sie knapp nicht an den Wänden ansteht.

Anschließend kannst du festlegen, ob der Boden längs oder quer zur Wandseite verlegt werden soll.

Hier ändert sich lediglich die Optik. Der Lichteinfall von Tageslicht durch Fenster oder Türen ändert die optische Wirkung des Bodens und der Fugen. Technisch gesehen ist beides in Ordnung. Eine weitere Möglichkeit ist das diagonale Verlegen. Diese Möglichkeit ist allerdings sehr zeitaufwändig und der gewünschte Effekt ist aus meiner Sicht eher gewöhnungsbedürftig.

Laminat wird am besten schwimmend verlegt.

Dies bedeutet, dass die Laminat-Dielen die Wände und Ecken nicht berühren und lediglich verlegt und nicht geklebt werden.

An allen Ecken und Wänden sollte der Abstand so gering sein, dass die Sockelleiste den Zwischenraum zur Wand abdeckt.

Der Abstand zur Wand sollte jedoch mindestens so groß sein, dass der Anschlagwinkel (Zugeisen) Platz hat, damit du große Fugen mit Anschlagwinkel und Hammer verkleinern kannst.

Damit sich der bereits verlegte Boden nicht ständig verschiebt, können Keile in die Zwischenräume von Wand und Boden gedrückt werden. Du kannst die Keile vorsichtig mit dem Hammer in den Zwischenraum schlagen.

Hauptaufgaben:

Nun ist es an der Zeit deinen neuen Boden zu Verlegen.

Die erste Reihe ist die wichtigste. Deshalb solltest du dich jedenfalls an die beigelegte Montageanleitung halten.

Wird mit der falschen Seite zur Wand begonnen, werden alle weiteren Dielen verkehrt zusammengesteckt, was die Verlegung erschwert bzw. verlangsamt.

Nach dem die erste Reihe gelegt wurde, kannst du bei einer Wand Keile anbringen, damit du an der Wand gegenüber das Zugeisen anbringen kannst, um mit dem Hammer auf das Zugeisen zu schlagen. So verkleinerst du die Fugen zwischen den Dielen.

Danach kann mit der nächsten Reihe begonnen werden. Damit der Boden kompakt liegt und zusätzliche Fugenbildung vermieden wird, sollte die zweite Reihe versetzt liegen.

Dies bedeutet, dass die erste Diele der zweiten Reihe kürzer ist, als die erste Diele der ersten Reihe.

Auch alle weiteren Reihen werden am Besten so begonnen.

Dazu nimmst du eine Diele, legst den Winkel an, ziehst einen Strich mit dem Bleistift und schneidest sie mit der Stichsäge oder händisch ab.

Je nach Qualität des Klicksystems kann es hilfreich sein, zuerst eine gesamte Reihe zu verbinden und sie dann in einem Arbeitsschritt an die vordere Reihe zu klicken. Ab der zweiten Reihe kann mit dem Schlagholz die Fuge zwischen den beiden Reihen verringert werden. Danach wird wie bereits bei der ersten Reihe wieder ein Keil auf der einen und das Zugeisen auf der anderen Seite angebracht, um die Fuge innerhalb der Reihe zu verringern.

So wird weitergearbeitet, bis du am Ende des Raumes angekommen bist.

Anschließend können Keile entfernt werden und die Sockelleisten angebracht werden.

Sockelleisten können mit Nägeln an die Wand geschlagen werden oder mit davor an der Wand befestigen Clips angebracht werden. Um die Clips an die Wand zu bringen, werden zuerst Löcher an der Wand gebohrt und Dübeln hineingesteckt, bevor sie angeschraubt werden. Die Sockelleisten müssen dann lediglich auf die Clips gesteckt werden. Die Abstände sind je nach Clipsystem verschieden.

Wenn du dich dazu entscheidest, die Sockelleisten mit Nägeln an die Wand zu schlagen, der Nagel jedoch nicht in die Wand möchte, da Stahl oder ähnliches dahinter ist, kannst du Montagekleber verwenden um die Leiste an die Wand zu kleben.

Für Ecken kann eine Gerungsschneidlade verwendet werden, um die Sockelleiste zurecht zu sägen. Eine einfache Alternative stellen Innenecken, Außenecken und Endkappen zum daraufstecken dar.

Zuletzt wird die Fugenmasse mit der Kartuschenpresse in die Zwischenräume bei den Türstöcken aufgetragen. Um sauber zu arbeiten, kannst du den Bereich mit Klebeband eingrenzen. Nach dem Verfugen ziehst du das Klebeband wieder ab und hast gerade Linien.

Zeit- und Budget:

Arbeitszeit mit einer zweiten Person:

ca. 18-20 Stunden

Kosten für Material bei 45 m2:

Meister Laminat (50 m2): € 794,25

Trittschalldämmung (50 m2): € 79,98

Sockelleisten (50 m): € 89,95

Sockelleisten Clips (60 Stk): € 19,40

Fugenmasse (2 Stk): € 22,50

Gesamtkosten: € 1.006,08

Kosten für Werkzeug:
Bosch Professional Stichsäge (1 Stk): € 155,90

Arbeitsbock (2 Stk): € 30,00

Wolfsraft Verlegeset (1 Stk): € 7,95

Gerungslade (1 Stk): € 29,90

Winkelset (1 Stk): € 12,28

Kartuschenpresse (1 Stk): € 26,79

Gesamtkosten: € 262,82

Gesamtkosten für Material und Werkzeug: € 1.268,90

Einkaufsliste:

Meister Laminat ist einer der qualitativ hochwertigsten Hersteller von Laminat im unteren Preissegment, weshalb ich sehr gerne darauf zurückgreife.

Die 2mm starke Trittschalldämmung von Uficell ist nicht nur geräuschmindernd sondern mit der Alukaschierung zugleich Dampfsperre.

Die Sockelleisten sind ein All Inclusive Paket. Es sind für 50 Meter Sockelleisten passende Systemclips beigelegt, sowie 10 farbig abgestimmte Innenecken und 4 Außenecken.

Damit du die Dielen und Sockelleisten ordentlich sägen kannst, gehören 2 Stahlarbeitsböcke (Brennenstuhl) zum Heimwerker Sortiment.

Das Wolfsraft Verlegeset ist speziell für Laminat und enthält ein Zugeisen, ein Schlagholz, sowie 20 Abstandskeile für die Wandfugen.

Die Akku-Stichsäge der Bosch Professional Reihe ist ideal, wenn du vor hast mehrere Böden zu verlegen. Sie ist langlebig, hat eine ideale Griffposition, ist 1,5 Kilogramm leicht und kabellos.

Eine Kartusche der elastischen Fugenmasse von Ponal ist für eine Wohnung mit 3 Türen und 2 Heizkörper absolut ausreichend.

Mit der Wolfsraft Schmiege- und Schneidlade (Gehrungslade) kannst du präzise Schnitte an den Sockelleisten durchführen. Die zeitsparende Alternative sind allerdings Innen- und Außenecken zum Aufstecken, welche das Sockelleisten-Paket beinhaltet.

Die Kartuschenpresse von Wolfscraft ist äußerst robust, langlebig und kann deshalb auch für viele andere Arbeiten verwendet werden.

Anschlagwinkel (Mannesmann) solltest du verwenden, um exakte Linien für präzises Sägen des Laminats zu ziehen.

Zusätzlich zu den oben genannten werden für das Boden Verlegen folgende Werkzeuge benötigt:

  • Stanley Messer (zum Schneiden der Trittschalldämmung)

  • Rollmaßband

  • Bleistift

  • Hammer

  • Klebeband (zum Abkleben beim Verfugen)

  • evtl. Bohrmaschine (Systemclips Montage für die Sockelleisten)

  • evtl. Säge (bei Gerungsschneiden anstatt der Verwendung von aufsteckbaren Innenecken, Außenecken und Endkappen)

  • evtl. neue Rosetten für Heizkörperrohre

Praxistipps:

  • Als Faustregel sollte bei der Kalkulation der benötigten Dielenanzahl die Quadratmeter zugrunde gelegt werden und 10 bis 15 % Verschnitt aufgeschlagen werden.

  • Falls das Zimmer mit Fußbodenheizung beheizt wird, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass der Laminat-Boden dafür geeignet ist.

  • Die Höhe des Laminats inklusive der Trittschalldämmung sollte im Vorhinein berechnet werden, um böse Überraschungen beim Öffnen und Schließen von Türen zu vermeiden.

  • Bevor der neue Boden verlegt wird, sollten die Kartons mindestens 48 Stunden lang ungeöffnet in den Räumen liegen, in welchen sie später verlegt werden. So kann sich das Holz im Boden akklimatisieren und Wellen, Fugen, sowie das Aufrollen einzelner Dielen vermieden werden. Wände Streichen sollte mindestens 72 Stunden her sein, da die Feuchtigkeit an den Wänden die Luftfeuchtigkeit im Raum beeinflusst.

  • Heizkörperrohre können mit der Stichsäge ausgeschnitten werden. Falls ein großer Schnitt gemacht werden muss, ist es empfehlenswert sich den Verschnitt aufzuheben und anschließend zu stückeln. Im Normalfall deckt jedoch die Rosette der Heizkörperrohre den Schnitt ab.​

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