FLIESEN VERLEGEN

Werde selbst zum Fliesenleger:

Die durchschnittlichen Kosten für einen Fliesenleger betragen ca. € 35,- bis € 60,- pro m2.

Hinzu kommen ca. € 10,- bis € 15,- pro m2 für das nötige Material und nochmals € 10,- bis € 50,- pro m2 Fliesen.

Das sind für ein 5 m2 großes Badezimmer zwischen € 1.375,- und € 3.125,- für neue Fliesen.

Sämtliche Installationen, die du für eine Badezimmer-Sanierung benötigst, sind hier nicht dabei.

Sowohl bei Fliesen, als auch bei Kosten für den Fliesenleger ist nach oben hin viel Luft. Bei überdurchschnittlich großen Fliesen (größer als 60 x 60 cm), zeitintensiven Verlegetechniken (z.B.: besondere Muster wie Mosaik), oder anderen nicht standardmäßigen Anforderungen erhöhen sich der Arbeitsaufwand un die Gesamtkosten enorm.

Hinzu kommt, dass Wartezeiten gerne mal ein halbes Jahr betragen, oder der Auftrag für das Folgejahr vermerkt wird.

Die Nachfrage ist größer als das Angebot an Fliesenlegern. Größere Betriebe nehmen Aufträge erst ab einer gewissen Mindestauftragssumme an. Willst du also keine komplette Badsanierung von einem großen Bäder- oder Installateurbetrieb durchführen lassen, wird es schwierig rasch einen guten Fliesenleger zu finden.

Die richtige Fliese für das Badezimmer finden:

Feinsteinzeug (Keramikfliese):

Die Wasseraufnahme ist nahe 0, deshalb ist die Fliese ideal für Feucht- und Nassräume.

Ohne Glasur sind die Fliesen rutschfester. Die Fliesenpolitur ist ein rein optischer Effekt (teilpoliert, poliert).

Marmor:

Der weiche Kern der Fliese fördert die Aufnahme von Farbpigmenten, wie bspw. farbigem Duschgel.

Zudem sind die Fliesen vor allem für Anfänger sehr schwer zu verlegen bzw. sauber zu schneiden.

Granit:

Granit saugt sehr stark und ist deshalb sehr anfällig für Flecken. Für Feucht- und Nassräume nicht empfehlenswert.

Größe:

Am besten können Anfänger mit Feinsteinzeug und einer maximalen Größe von 30 x 30 cm arbeiten.

Arbeitest du alleine, solltest du Fliesen, die maximal 60 x 60 cm groß sind, verlegen.

Nicht nur das Verlegen wird, vor allem alleine, mit zunehmender Größe schwieriger, sondern auch der Transport wird erschwert und der Verschnitt erhöht sich.

Für große Fliesen benötigt man zusätzlich spezielles, teures Werkzeug und Baustoffe.

Leihservices in Baumärkten sind nicht empfehlenswert.

Zudem gilt, je größer die Fliese, desto höher muss die Qualität sein.

Qualität:

Die Fliese muss mit zunehmender Größe immer stärker werdendem Druck standhalten.

Beim Bohren von Löcher können minderwertige Fliese brechen. Es ist besonders ärgerlich, wenn du mit dem Fliesenlegen fertig bist und anschließend beim Bohren die Fliese zerbröselt.

Dies kann die Folge einer minimal unebenen Fliese sein.

Bei minderwertigen Baumarktfliesen kann mit der Wasserwaage überprüft werden, ob die Fliese eben ist. Manchmal kommt es auch vor, dass die Ecken leicht abgesenkt sind.

Es ist keine Seltenheit, solche Fliesen im Baumarkt zu finden. In der Regel hat die Fliese beim Brennvorgang geschüsselt.

Qualitativ hochwertige Fliesen sind zudem rektifiziert. Dies bedeutet, dass jede Fliese exakt die selbe Größe hat. Die Fliese ist somit exakt 30,1 x 30,1 cm groß, was bedeutet, dass eine geringe und gleichbleibende Fugengröße möglich ist.

Bei nicht rektifizierten Fliesen kann es notwendig sein, dass die Fugen groß gehalten werden, um etwaige Ungleichheiten in der Größe der Fliese auszugleichen.

Bodenfliesen können auch an der Wand verwendet werden, jedoch nicht umgekehrt.

Rutschklasse:

Die Rutschklasse definiert die Oberflächenrauigkeit.

Für Vorzimmer, Abstellraum und Wände können Fliesen der Rutschklasse R9 verwendet werden.

Für Badezimmer und Duschen ist es gesetzlich verpflichtend am Boden R10b Fliesen zu verwenden. 

Härtegrad:

Sämtliche Fliesen, vor allem Bodenfliesen, sollten Fliesen der Sorte 1 sein.

Schwere Fliesen sind besser gepresst, robuster und in der Regel rektifiziert.

Fugenmasse:

Idealerweise entscheidest du dich bei der Fugenmasse (Fugenmörtel) für ein Produkt auf Zementbasis mit neutralen Farben.

Extreme, unnatürliche Farben haben meist viele Farbpigmente und verfärben sich leicht.

Natürliche Zementfarben sind bspw. Zementgrau oder Manhattan.

Material für Fliesenlegen:

Bei Materialien solltest du auf jeden Fall produktgleich bleiben.

Dies bedeutet, dass sämtliche Produkte vom selben Hersteller sein sollen.

Es kommt selten vor, dass Produkte verschiedener Hersteller nicht miteinander harmonieren oder die gewünschte Funktion beeinträchtigen. Sollte es jedoch nach den Arbeiten zu Mängeln oder Schäden kommen, kannst du bei den Herstellern nur schwer Schadensersatz geltend machen oder ein finanzielles Entgegenkommen erwarten.

Auf nahe zu allen Produkten von namhaften Herstellern steht geschrieben, dass für das jeweilige Produkt ausnahmslos Produkte des selben Herstellers verwendet werden sollen.

Vermischt du also die Produkte, ist bereits ein Grund gefunden, warum die Funktion beeinträchtigt ist und du keinen Ersatzanspruch hast.

Grundsätzlich gilt beim Fliesen verlegen, sowie den damit verbundenen Vorbereitungsarbeiten:

  • Sämtliche Materialien mit kaltem Wasser vermischen: Heißes Wasser beuschleunigt, kaltes Wasser verlangsamt;

  • Sämtliche Untergründe haftgrundieren: Die Grundierung/Haftbrücke stellt die Verbindung zwischen zwei Materialien dar;

  • Sauber Arbeiten: Unterlagen verwenden, sowie Kleber und Silikon nach dem Patzen sofort entfernen;

Fliesen verlegen:

1. Grundierung auftragen

Jeder Untergrund sollte haftgrundiert werden. Die Grundierung stellt eine stark haftende Verbindung zweier Materialien her.

Fliesenkleber bzw. Ausgleichsmörtel haften stärker, wenn der Untergrund durch die Haftgrundierung aufgeraut wurde.

Vor der Anwendung wird der Untergrund gereinigt und von Dreck, Fett, Kleberückständen, Nässe und Staub befreit.

Die Knauf-Haftgrundierung kann mit einer Streichbürste oder einer Maler-Rolle aufgetragen werden.

2. Wände und Boden ausgleichen

Sind die Wände schief oder der Boden uneben, kannst du dies selbst ausgleichen.

Für Wände wird Ausgleichsmörtel verwendet.

Mit Ausgleichsmörtel kannst du maximal 5 cm Schiefe ausgleichen. Sind Wände mehr als 5 cm schief, solltest du eine Baufirma kontaktieren und besser nicht selbst Hand anlegen. Dies sollte dir allerdings bereits bei der Besichtigung aufgefallen sein.

Handelt es sich lediglich um eine hängende Rigipswand, kannst du diese mit geringem Aufwand entfernen und um kleines Geld austauschen. Rigipswände kosten im Baumarkt zwischen € 5,- und € 10,- pro m2.

Der Ausgleichsmörtel wird mit Wasser angerührt und mit der Glättkelle auf die Wand aufgetragen.

Mit der Abziehlatte kannst du übermäßigen Mörtel großflächig abziehen.

Erfahrene Fliesenleger können schiefe Wände direkt beim Verlegen der Fliesen mit dem Fliesenkleber ausgleichen. Als Anfänger ist es empfehlenswert, die Wand in einem separaten Schritt mit Ausgleichsmörtel auszugleichen.

Das benötigst du um die Wand auszugleichen:

  • sauberes, kaltes Wasser

  • Baueimer

  • Wasserwaage

  • Glättkelle

  • Abziehlatte

Hängt der Boden oder weißt er andere grobe Unebenheiten auf, kannst du Nivelliermasse verwenden.

Ist der Boden sichtlich schief, solltest du Randdämmstreifen an den Rändern des Raumes befestigen, damit die Nivelliermasse nicht in andere Räume durchdringt. Randdämmstreifen sind selbstklebend erhältlich, können aber auch mit der Nagelpistole an den Wänden befestigt werden.

Die Nivelliermasse wird im Kübel mit kaltem Wasser angerührt und auf den Boden geschüttet.

Die Masse ist sehr flüssig und sucht sich ihren Weg selbst. Du musst nichts weiter zu tun, als den ganzen Boden mit Nivelliermasse auszufüllen und diese anschließend mit der Stachelwalze zu entlüften.

Empfehlenswert ist eine Stachelwalze mit Spritzschutz und Verlängerung. Der Boden sollte nach der Anwendung bis zur vollständigen Trocknung nicht betreten werden, außer du verwendest Nagelsohlen.

3. Isolierung für das Badezimmer

Prinzipiell solltest du das gesamte Badezimmer isolieren.

Dies bedeutet, dass die gesamten Bodenränder mit der Isolierfolie bis 5 cm an der Wand hinauf beklebt und isoliert werden.

So wird verhindert, dass Flüssigkeiten aus dem Badezimmer ausdringen. Meiner Erfahrung nach wird dies gerne vernachlässigt. Bei nachlässigen Pfuschern wird auch gerne auf die Dusche und Badewanne vergessen.

Auf die Isolierung der Dusche solltest du auf keinen Fall verzichten.

Dadurch, dass Wasser und andere Flüssigkeiten durch die Fugenmasse durchdringen, muss die Dusche isoliert werden. Ansonsten wird die Wand im Dusch- oder Badewannenbereich nass. Dies kann in kürzester Zeit zu Schimmel und teuren Renovierungsarbeiten, sowie zum Leerstand der Wohnung führen.

Im Nassbereich wird deshalb auch sehr sorgfältig mit qualitativ hochwertigem Silikon gearbeitet, da hier keine Flüssigkeiten durchdringen können.

Im Duschdichtset von Knauf findest du Abdichtmittel, Manschetten für Armaturen und Abdichtband.

Zuerst wird das Dichtmittel auf den zu isolierenden Bereich mit einer kleinen Farbrolle aufgetragen.

Anschließend wird das Abdichtband in alle Ecken des Duschbereichs (auch vertikal) platziert.

Armaturen werden mit den Manschettendichtband zusätzlich verstärkt.

Nach einer ca. einstündigen Pause zum Trocken wird das Dichtmittel ein zweites Mal aufgetragen. Mit dem doppelten Auftragen sorgst du für ordentliche Dichte.

Das benötigst du zusätzlich zum Knauf Isolierset:

  • Farbrolle (Auftragen der Isolierfarbe)

  • Stanley Messer (Schneiden des Abdichtbands)

4. Fliesen Verlegen

Bevor du nun endlich mit dem Verlegen beginnen kannst, solltest du dir noch überlegen, wie du die Fliesen platzieren möchtest.

Wie hoch möchtest du die Wände mit Fliesen bestücken?

Wo platzierst du geschnittene Fliesen bzw. wo stückelst du?

Wie groß sollen die Fugen werden?

Die Höhe der Wandfliesen ist eher eine Frage der Optik. Die Fliesen sollten zumindest so hoch sein, dass die Wände von Wasser geschützt sind. Dies gilt vor allem für den Duschbereich. Natürlich kannst du die Fliesen auch bis zur Decke hochziehen.

Stückeln solltest du dort, wo Dinge davor stehen werden oder der Blick nicht hinfällt.

Die Fugengröße hängt von der Qualität und Größe der Fliesen ab. 0,3 mm bis 0,8 mm sind meiner Meinung nach eine adäquate Fugengröße. Unterstützend kannst du Fliesenkreuze für eine einheitliche Fugengröße verwenden.

 

Am besten beginnst du mit einer Wandseite, machst diese fertig und gehst erst dann zur nächsten Wand über.

Der Boden wird zuletzt gefliest.

Die erste Reihe kann auf Augenhöhe begonnen werden. Hier solltest du mit der Wasserwaage arbeiten. Die erste Reihe sollte absolut gerade verlegt werden. Danach kannst du in beide Richtungen weitermachen.

Nach dem du den Fliesenkleber laut Anwendungsvorgabe des Produktes korrekt vorbereitet hast, nimmst du die Maurerkelle und schmierst damit den Kleber auf die Zahnspachtel.

Dann trägst du mit der Zahnspachtel den Kleber an der Wand mit der Seite ohne Zähne auf.

Anschließend nimmst du die Seite mit den Zähnen und ziehst die Zahnspachtel mit Druck und einer durchgehenden Bewegung in eine Richtung. Dabei solltest du ein Kratzen an der Wand  hören und die Fugen sollten keinen Kleber enthalten.

Jetzt kannst du die Fliese nehmen und auf den Kleber an der Wand drücken.

Danach nimmst du die Wasserwaage zur Hand und richtest die Fliese zurecht. Am besten machst du die erste Reihe der Wand fertig und beginnst dann nach oben und unten zu verfliesen.

Fliesenkleber kannst du je nach Größe für mehrere Fliesen aufziehen.

Für Armaturen und Löcher kommt es vor, dass du Fliesen bohren oder schneiden musst.

Da Feinsteinzeug sehr hart ist, solltest du Diamantbohrer, Diamantbohrkrone und Diamanttrennscheibe dafür verwenden. Herkömmliche Steinbohrer sind dafür zu schwach.

Falls du keine Werkbank hast, kannst du notfalls die Fliesen sehr vorsichtig auf den fixierten Altfliesen, mit dem Estrich darunter bohren.

Dünnere Fliesen kannst du im Lochboy einklemmen und mit dem Fliesenleger-Hammer ein Loch hinaus schlagen.

Mit der Fliesenzange kannst du das Loch Millimeter für Millimeter vergrößern. Auch dicke 60 x 60 cm große Fliesen kannst du mit der Fliesenzange bearbeiten.

Den Fliesenschneider solltest du ebenso auf der Werkbank oder zur Not am Estrich platzieren und benutzen.

5. Verfugen

Sind sämtliche Fliesen verlegt und der Kleber fest, kannst du mit dem Verfugen beginnen.

Dazu mischt du die Fugenmasse je nach Produktbeschreibung in einem sauberen Kübel mit Wasser ab und trägst die Fugenmasse mit einer sauberen Spachtel auf das Fugbrett auf.

Dann nimmst du das Fugbrett mit der Fugenmasse und füllst die Fugen damit aus. Beachte, dass du die Fugenmasse nur in eine Richtung aufträgst.

Wie beim Fliesen Verlegen solltest du auch hier von einer Wand zur nächsten übergehen.

Direkt nach dem Verfugen kannst du mit einem sauberen Schwamm und sauberem Wasser die überflüssige Fugenmasse von den Fliesen abziehen, bzw. die Fugen vorsichtig mit dem Schwamm ausbessern, so dass die Fugen voll ausgefüllt sind, allerdings nicht hervorstehen.

Ist die Fugenmasse ausgehärtet, kannst du nochmals mit dem Schwamm die Fliesen reinigen.

Zu guter Letzt kannst du Schmierseife verwenden, um die Fliesen zu polieren.

6. Silikonieren

Die saubere, zu silikonierende Stelle wird unmittelbar vor dem Silikonieren mit einer Sprühflasche, die Wasser mit ein paar Spritzer Geschirrspülmittel enthält, besprüht.

Danach trägst du das Silikon mit der Kartusche in eine Richtung auf, damit die Fugen vollständig abgedeckt sind.

Direkt im Anschluss nimmst du deinen Zeigefinger zur Hand, sprühst ihn mit dem selbigen Gemisch ein, und ziehst mit dem Fingernagel in eine Richtung über das frische Silikon. Jetzt solltest du bereits eine schöne Silikonfuge haben.

Danach kannst du mit der Fingerkuppe des selben Fingers, wenn nötig, nochmals darüber gehen und Reste entfernen.

Sämtliche Reste solltest du sofort entfernen. Wenn das Silikon getrocknet ist, wird dies ziemlich aufwendig.

7. Kantenschutz und Abschlussprofil

Am einfachsten ist es, einen selbstklebenden Winkel-Kantenschutz an den Ecken der neuen Fliesen anzubringen.

Geübtere Personen können auf Fliesenschienen zurückgreifen, die hochwertiger wirken. Diese müssen allerdings bereits beim Fliesen Verlegen eingeplant und geklebt werden.

Einkaufsliste:

Neben den Baumaterialien von Knauf (Fliesenkleber, Fugenmasse, Isolierset, Haftgrundierung) findest du sämtliche Produkte die benötigt werden, um ein Badezimmer zu verfliesen.

Mit einem 20 kg Sack Flexkleber (Fliesenkleber) von Knauf kannst du ca. 10 m2 verfliesen.

Für den Bedarf an Fugenmasse, kannst du folgenden Rechner verwenden: Kiesel-Fugenrechner.

Die Isolierung für die Dusche (Knauf Duschdichtset) kannst du mit einer kleinen Malerrolle auftragen, die jedoch nicht im Produkt enthalten ist.

Die Knauf Spezial-Haftgrundierung trägst du am besten mit einer etwas größeren Bürste auf.

Bei Haftgrundierungen wird zwischen Haftgrundierungen für saugende oder nicht saugende Untergründen unterschieden.

Es hat allerdings keinen Nachteil, wenn du Haftgrundierungen benützt, die für saugende und nicht saugende Untergründe verwendet werden können.

Der Kaufmann Fliesenschneider ist ideal für den fleissigen Investor. Er ist einfach zu bedienen, äußerst robust und wartungsfrei. Nach spätestens 2 Minuten hast du verstanden wie er funktioniert und kannst bereits die ersten Fliesen auf den Millimeter genau anritzen und brechen.

Alle weiteren Werkzeuge gehören zur Standardausrüstung des Fliesenlegers.

Zu guter Letzt findest du einen Handtuchheizkörper in verschiedenen Farben zum vernünftigen Preis.

Zusätzlich zu den oben genannten Produkten benötigst du Maurerkelle und Spachtel um bspw. den Kleber auf die Zahnspachtel aufzutragen. Zwei bis drei saubere 10  bis 15 Liter große Baukübel werden ebenfalls benötigt, um die Materialien mit Wasser zu vermischen. Diese findest du im Kapitel Räumung und Entsorgung.

Praxistipps:

Achtung für Vermieter:

Sollte ein Mieter in der Dusche oder im Badezimmer ausrutschen, sich dabei so stark verletzten, dass der Unfall bei der Versicherung eingereicht wird und ein Gutachten zeigt, dass sich nicht an die Rutschklasse-Vorschriften gehalten wurde, kommt der Vermieter für sämtliche Kosten aus dem Schadensfall auf.

Bereits kurzfristiges Schmerzengeld kann dir deine Mieterträge ruinieren. Beispielsweise kosten leichte Schmerzen pro Tag € 100,-.

Wenn du also bei den Fliesen Geld sparen möchtest und auf gesetzliche Vorschriften verzichtest, gehst du ein unvernünftiges Risiko ein.

Verschnitt einplanen:

​Beim Einkauf solltest du bei Fliesen ca. 10 bis 15 % Verschnitt einplanen. Je größer die Fliese, desto mehr Verschnitt wird anfallen. Wenn du etwas geübter bist, sind 10 % Verschnitt ein guter Indikator.

Italienische Fliesen:

Fliesen aus Italien genießen einen guten Ruf und sind meist hochpreisig.

Allerdings ist nicht alles aus Italien, wo Italien draufsteht.

Tatsächlich sind viele große italienische Fliesenhersteller von chinesischen Investoren aufgekauft worden.

China ist der größte Produzent von Fliesen weltweit. Allerdings sind italienische Fliesen oft aus dem billigeren Osten, wie Bulgarien, Türkei oder sogar von Fernost.

Oft werden die Fliesen lediglich in Italien verpackt. Beim Kauf teurer italienischer Fliesen lohnt es sich demnach, nicht nur die Verpackung zu begutachten, sondern eine Fliese auszupacken und direkt an der Rückseite der Fliese nachzusehen.

Qualitativ hochwertige Restposten:

Gute Preise für qualitativ hochwertige Fliesen findest du hier:

Luftzug verhindern:

Beim Auftragen von Ausgleichsmörtel, Nivelliermasse und Fliesenkleber sollte kein Luftzug vorhanden sein.

Durch den Luftzug kann eine feine Schicht an der Oberfläche entstehen, welche die Verbindung zweier Stoffe verschlechtert.

Größe der Zahnspachtel:

Mit der Zahnspachtel trägst du den Fliesenkleber auf und ziehst anschließend mit den Zähnen die Fugen.

Je größer die Fuge, desto stärker der Halt.

Bei einer Fliesengröße bis 15 x 5 cm sollten die Zähne der Zahnspachtel 6 mm groß sein.

Bis zu einer Fliesengröße von 25 x 25 cm sollte die Zahnspachtel 8 mm große Zähne haben.

Bei allen Größen, die das Maß 25 x 25 cm übersteigen, solltest du eine 10 mm große Zahnspachtel verwenden.

Kaltes Wasser:

Für sämtliche Baustoffe und Materialien, die mit Wasser gemischt werden, solltest du sauberes, kaltes Wasser verwenden. Warmes Wasser beschleunigt und verkürzt die Verarbeitungszeit.

Fliese auf Fliese verlegen:

Sind sowohl die alten Fliesen, als auch der Kleber darunter fest, kann Fliese auf Fliese verlegt werden.

So kannst du einige Stunden Zeit sparen, da die Wände nicht von den alten Fliesen, sowie den Kleberrückständen befreit werden müssen.

Ist die Wand allerdings schief, solltest du die alten Fliesen entfernen und die Wand ausgleichen.

Sind die Fliesen älter als 10 bis 15 Jahre und von niedriger Qualität, ist es ebenso sinnvoller, sie zu entfernen.

Das Argument, dass Fliese auf Fliese verlegen den Raum verkleinert ist natürlich rein rechnerisch richtig, allerdings sind dies lediglich ca. 2 cm pro Wand, um die sich das Badezimmer verkleinert.

Abstände zwischen Bauteilen:

Jedes Wandteil, sowie der Boden stellen einzelne Bauteile dar.

Diese sollten nicht miteinander verbunden sein. Bei hohen Temperaturschwanken kann sich der Bodenestrich um einige Millimeter heben und die Fliesen der Wände brechen.

Zudem können verbundene Bauteile dazu führen, dass sich die Raumakustik verändert. Durch die verbundenen Teile wird der Raum hörbar lauter, da die Bodenberührungen akustisch auf die Wände übertragen werden.

Die Darstellung zeigt, dass Wand und Boden nicht miteinander verbunden sind und lediglich die Silikonfuge eine Verbindung darstellt. Die Silikonfuge wird für alle Ecken verwendet, da Silikon in den Ecken leicht aufzutragen ist und kein Wasser durchdringen soll.

Silikonfugen erneuern:

Möchtest du alte Silikonfugen entfernen und diese anschließend erneuern, solltest du keinen Silikonentferner verwenden.

Die Entfernung des alten Silikons funktioniert zwar gut, allerdings hält das neue Silikon in der Regel äußerst schlecht.

Für den Tausch solltest du ein Messer oder eine Rasierklinge verwenden.

Von einem € 3,- Silikon kann ich dir jedenfalls abraten. Vor allem in Feucht- und Nassräumen solltest du auf qualitativ hochwertiges Silikon zurückgreifen. Eine 300 ml Kartusche darf hier schon mal € 10,- bis € 12,- kosten.

Duschen:

Am stabilsten und einfachsten zu montieren sind Duschen die aus einer Duschtasse und Glastüren bestehen.

Die Duschtasse (Duschwanne) am besten so niedrig wie möglich auswählen, damit keine Wannenfüße benötigt werden.

So muss die Duschwanne lediglich in ein Mörtelbett gelegt werden. Nach der Aushärtung kann die Duschkabine bestehend aus Duschwänden und Duschtür montiert werden.

Von Walk-In Duschen mit Gefälle nehme ich Abstand, da für den ordentlichen Abfluss 8 bis 12 cm in den Estrich gestemmt und ein Gefälle konstruiert werden müssen. Zudem sind die Fugen am Boden des Duschbereichs nach kurzer Zeit verfärbt.

  • Schwarz LinkedIn Icon
  • Facebook
  • Instagram