Glossar

Der Großteil der Menschen fühlt sich ausgegrenzt und als Außenseiter, wenn sie die Sprache der anderen nicht verstehen und sprechen.

Manche müssen auch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen:

Ein wütender Mann zieht vor Gericht und klagt einen Fassadenprofi an.

Der Mann hat tausende Euro für eine Fassade bezahlt, doch die Leistung des Fassadenprofis beschränkt sich lediglich auf die für die Öffentlickeit sichtbare Außenseite des Gebäudes auf der Straßenseite.

Der Richter schlägt das Wörterbuch auf und sucht nach der Definition der Fassade:

Vordere, meist der Straße zugekehrte Außenseite eines Gebäudes.

Fall abgeschlossen.

Hier findest du Glossar für Kaufen und Renovieren und vermieten, wobei nicht nur klassisch die Wörter erklärt werden, sondern auch der Kontext für Immobilienheinis erläutert wird.

A

Anmerkung im Grundbuch:

Eine Anmerkung im Grundbuch kann eine Rangordnung sein oder bspw. eine Zusage der Einräumung von Wohnungseigentum an einer bestimmten Wohnung oder auch einem KFZ-Abstellplatz.

Anmerkungen lassen Treuhänder bei Gericht eintragen.

Sie sind wesentlich, da man bei Unkenntnis so behandelt wird, als hätte man davon gewusst.

B

Bauabnahme:

Bei der Bauabnahme werden sämtliche Arbeiten der am Hausbau beteiligten Handwerker von Bauherren und Bauleiter kontrolliert.

Bauherr:

Bauherr ist eine natürliche oder juristische Person oder sonstige Gesellschaft mit Rechtspersönlichkeit, in deren Auftrag ein Bauwerk ausgeführt wird. Darunter fallen also auch Privatpersonen, die jemanden mit der Errichtung eines Bauwerks beauftragen.

Baurecht:

Das Recht auf einem fremden Grundstück ein Bauwerk zu haben.

Das Baurecht darf nur für den Zeitraum zwischen zehn und 100 Jahren abgeschlossen werden.

Es wird durch eine eigene Baurechtseinlage im Grundbuch eingetragen und ist ein dingliches, veräußerbares und vererbliches Recht, auf oder unter der Bodenfläche eines fremden Grundstücks ein Bauwerk zu haben.

In der Regel bezahlt der Berechtigte für das Baurecht einen Baurechtszins. Durch die Verlängerung oder Begründung des Baurechts wird Grunderwerbssteuer fällig.

Erlischt das Baurecht, fällt das Bauwerk an den Liegenschaftseigentümer.

Wird nichts anderes vereinbart, hat der Liegenschaftseigentümer 25 Prozent des vorhandenen Bauwerts zu ersetzen.

Bauträger:

Bauträger ist, wer sich verpflichtet, einem Erwerber Rechte, wie bspw. Eigentum oder Wohnungseigentum einzuräumen.

Bauträgervertrag:

Vertrag über den Erwerb des Eigentums, des Wohnungseigentums, des Baurechts, des Bestandrechts oder eines sonstigen Nutzungsrechts einschließlich Leasings an zu errichtenden oder durchgreifend zu erneuernden Gebäuden, Wohnungen oder Geschäftsräumen.

Bebauungsbestimmungen:
Ob und wie ein Gebäude errichtet werden darf, wird in der Bauordnung geregelt. Jedes Bundesland hat seine eigene Bauordnung. Bevor ein Grundstück erworben wird, sollte bei der Gemeinde festgestellt werden, ob sich das Grundstück im Bauland befindet und ob und welche Bebauung auf dem Grundstück zulässig ist.

Auch bei Sanierungsmaßnahmen kann eine baubehördliche Bewilligung notwendig sein. Dies kann der Fall sein, wenn ein zusätzliches Fenster in eine Feuermauer eingebaut werden soll.

Belastungs- und Veräußerungsverbot:

Ist ein solches Verbot im Grundbuch eingetragen, ist die Belastung (Pfandrecht) oder Veräußerung (Verkauf) nur unter Zustimmung eines Dritten möglich.

Ein Belastungs- und Veräußerungsverbot kann nur zugunsten naher Angehöriger im Grundbuch eingetragen werden.

Nur ein im Grundbuch eingetragenes Verbot wirkt gegen jeden Dritten.

Benützungsregelungen:
Diese regeln beim Miteigentum einer Liegenschaft, wer welchen Teil der Liegenschaft wie benutzen darf. Ist eine Benützungsregelung im Grundbuch angeführt, führt dies dazu, dass der Rechtsnachfolger daran gebunden ist.

Bestandrecht:
Eine Sache wird für eine bestimmte Zeit zum Gebrauch einem anderen gegen Entgelt überlassen. Bei Eintragung im Grundbuch, ist auch der Käufer eine Liegenschaft an das Bestandrecht gebunden.

Bei Zwangsversteigerungen erlischt das Pfandrecht nicht.

Betriebskosten:

Betriebskosten sind laufende, regelmäßig wiederkehrende Bewirtschaftungskosten einer Liegenschaft, die jährlich abgerechnet werden.

Der Eigentümer kommt für die Kosten auf. Die Kosten splitten sich meist in allgemeine Betriebskosten, Hausverwaltung, Lift, evtl Heizung und Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag (Instandhaltungsfonds). Der Instandhaltungsfonds darf bei der Vermietung vom Vermieter nicht auf den Mieter umgelegt werden und kann in der Regel auch nicht steuerlich berücksichtigt werden.

Bonität:

Bonität (Kreditwürdigkeit) ist die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjekts, die aufgenommene Schuld zurückzahlen zu können und der Wille, diese zurückzahlen zu wollen.

Gläubiger bzw. Kreditgeber (bspw. Banken) ziehen die Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern (Schuldner) heran, um die Zinsen eines Kredits zu berechnen bzw. zu entscheiden, ob der Kreditnehmer überhaupt würdig ist, einen Kredit zu nehmen.

Je schlechter die Bonität, desto höher ist der Zinsaufwand für den Schuldner.

C

Courtage:

Die Courtage oder Provision stellt die Gebühr für den Immobilienvermittler (Makler) dar.

Diese ist mit einem Höchstbetrag gesetzlich geregelt.

D

Dienstbarkeiten (Servituten)

Dienstbarkeiten sind Nutzungsrechte an fremden Sachen, die im Grundbuch eingetragen sind und gegenüber jedermann geltend gemacht werden können.

"Durch das Recht der Dienstbarkeit wird ein Eigenthümer verbunden, zum Vortheile eines Andern in Rücksicht einer Sache etwas zu dulden oder zu unterlassen. Es ist ein dingliches, gegen jeden Besitzer der dienstbaren Sache wirksames Recht". (ABGB 1811)

E

Ediktsdatei:
Die Ediktsdatei ist ein von den Gerichten geführtes Register, das zunächst auf Veröffentlichungen aus dem Insolvenzbereich beschränkt war. Unter anderem findet man in der online Ediktsdatei gerichtliche Versteigerungen von Liegenschaften.

Eigentumsrecht:

Das Eigentumsrecht ermöglicht es dem Eigentümer mit einer Sache nach Willkür zu schalten und andere davon auszuschließen.

Um Eigentum einer Liegenschaft zu erwerben, müssen Erwerbsgrund (Kaufvertrag), Eintragung ins Grundbuch und Erwerbsart (Übergabe) vorhanden sein. Der Verkäufer muss selbst Eigentümer sein.

Zwangsversteigerungen stellen eine Ausnahme dar. Hier wird Eigentum auch erlangt, wenn keine Eintragung im Grundbuch stattgefunden hat.

Bei Eigentümerwechsel besteht grundsätzlich kein besonderes Kündigungsrecht, bspw. bei vermieteten Wohnungen.

Eigentümerpartnerschaft:

Die Gemeinschaft von zwei natürlichen Personen, die je zur Hälfte Eigentümer des Mindestanteils sind, die untrennbar mit der ausschließlichen Nutzung an einem Objekt verbunden ist. Die dadurch erworbenen Rechte und Pflichten können nur gemeinsam ausgeübt werden. Ohne Zustimmung des Partners kann der Hälfteanteil nicht auf eine andere Person übertragen werden.

Eintragungsgebühr:

Eintragungsgebühr wird in der Regel vom Käufer bezahlt. Für die Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch ist eine Gebühr von 1,1 des Werts der Liegenschaft zu entrichten. Für die Eintragung einer Hypothek sind gesondert 1,2 Prozent des Werts des Pfandrechts zu bezahlen.

E-Mail:

Ein E-Mail ist ein elektronischer Brief und gilt aus zugestellt, wenn er in die Sphäre des Adressaten eindringt. E-Mails werden genau wie Papierbriefe gehandelt.

Energieausweis:

Der Energieausweis gibt Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes, also wieviel Energie notwendig ist, um es bspw. zu beheizen. Es werden die Klassen A++ (sehr gut) bis G (sehr schlecht) verwendet.

Der Energieausweis darf nur von den befähigten Personen (Baumeister, Ziviltechniker) ausgestellt werden.

Das Energie-Ausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG) verpflichtet Verkäufer und Vermieter dem Käufer oder Mieter einen Energieausweis vorzulegen und den Heizwärmebedarf bekannt zu geben. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses darf der Energieausweis nicht älter als 10 Jahre sein.

Exposé

Das Exposé (Darstellung) ist eine Kurzbeschreibung der zu vermittelnden Immobilie, die der Makler dem Interessenten zur Information aushändigt.

F

Festbetragshypothek:

Das Pfandrecht wird für einen fixen Betrag in das Grundbuch eingetragen. Der Gesamtbetrag enthält meist Zinsen und Nebengebührensicherstellung (für rückständige Zinsen).

Fruchtgenussrecht:

Das Fruchtgenussrecht ist ein Personalservitut. Der berechtigten Person steht das Recht zu, eine Fremde Sache zu nutzen, wofür ihr ein Personalservitut eingeräumt wurde. Er muss dabei die Substanz schonen, kann jedoch Eingriffe Dritter abwehren und die Sache an Dritte vermieten. Der Eigentümer kann die Sache nicht benutzen, da das Eigentumsrecht durch das Fruchtgenussrecht eingeschränkt ist.

Ist auf einer Liegenschaft eine Personalservitut eingetragen, sollte vor dem Kauf ein Experte zu Rate gezogen werden.

G

Garconniere:

Garconniere ist eine Einzimmerwohnung. Das Wort leitet sich vom französischen "garcon" ab, was Junggeselle bedeutet.

Gemeinnützige Wohngenossenschaften:

Wohnungen werden von der Genossenschaft errichtet und den Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Diese dürfen die Wohnungen gegen Mietzins nutzen. Um eine Wohnung zu bekommen, ist also die Mitgliedschaft Voraussetzung.

Mitglieder müssen einen Finanzierungsbeitrag leisten. Dies ist der Beitrag für Bau- und Grundkosten, sowie der Grund für den üblicherweise niedrigeren Mietzins. Der Finanzierungsbeitrag wird am Ende der Nutzung mit einer Abschreibung von 1 Prozent pro Jahr zurückgezahlt. Das Einkommen des Nutzers muss sich zudem zwischen einer Mindest- und Höchstgrenze befinden.

Genossenschaft:

Die Genossenschaft ist eine Gesellschaftsform, deren Zweck es ist, ihre Mitglieder zu fördern. Es können sowohl Personen, als auch Gesellschaften der Genossenschaft beitreten. Der Erwerb einer Genossenschaftswohnung stellt nicht nur den Erwerb der Wohnung dar, sondern ist zugleich der Beitritt zu einer Genossenschaft.

Bei einer Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung haftet jedes Mitglied mit seinem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft im Insolvenzverfahren.

Manche Genossenschaften beschränken die Vergabe von Wohnungen auf Angehörige bestimmter Berufe, Unternehmen oder Betriebe.

Grundbuch:

Das Grundbuch ist ein von den österreichischen Gerichten geführtes öffentliches Register. Für jedes Grundstück gibt es einen Eintrag. Rechte an unbeweglichen Sachen können grundsätzlich nur durch Eintragung im Grundbuch übertragen erden. Um das Eigentumsrecht zu übertragen, bedarf es neben dem Kaufvertrag die Eintragung ins Grundbuch.

Ein Grundbuchauszug zeigt, wer aktuell Eigentümer einer Liegenschaft ist.

Neben dem Eigentümer einer Liegenschaft sind auch die Größe und die Adresse der Grundstücke vermerkt. Anhängige Konkursverfahren können ebenfalls im Grundbuch vermerkt sein.

Grundbuchauszug:

Der Grundbuchauszug kann bei jedem Bezirksgericht erhalten werden. Daten aus der Grundstücksdatenbank (Grundbuch und Kataster) stehen der Öffentlichkeit online gegen Entgelt zur Verfügung.

Grunddienstbarkeiten:

Das Recht bei Grunddienstbarkeiten steht dem Eigentümer des begünstigten Grundstücks zu. Der Eigentümer kann die Benutzung einer Sache durch einen Dritten dulden. Grunddienstbarkeiten können sowohl entgeltlich, als auch unentgeltlich sein. Der Erwerb der Grunddienstbarkeit erfolgt durch Eintragung im Grundbuch.

Grunddienstbarkeiten sind bspw. Wegerechte und Fahrtrechte, also das Recht über ein fremdes Grundstück gehen oder fahren zu dürfen. Ist die Zufahrt einer Immobilie nur über einen Servitutsweg möglich, sollte das Servitut im Grundbuch eingetragen sein.

Grunderwerbssteuer:

Erwirbt ein Käufer ein Grundstück oder eine Wohnung, so ist für den gesamten Kaufpreis Grunderwerbssteuer an das Finanzamt zu bezahlen. Dies gilt für Kaufverträge oder andere Rechtsgeschäfte, die den Anspruch auf Übereignung eines Grundstücks begründen (Tauschvertrag, Scheidungsvergleich, Schenkung), sowie für Eigentumserwerb an einem Grundstück ohne Grundstück ohne vorangegangenes Verpflichtungsgeschäft (gesetzliche Erbfolge, Testament, Vermächtnis, Ersitzung, Zwangsversteierung).

Grundstücksverzeichnis:
Das Grundstücksverzeichnis (im Kataster) enthält für jedes Grundstück die Grundstücksnummer, Benützungsart oder Benützungsabschnitte (bspw. Baufläche oder Garten) und das Ausmaß der Fläche.

H

Höchstbetragshypothek:

Ein Höchstbetrag wird für Forderungen aus einem ganzen Vertragsverhältnis in das Grundbuch eingetragen. Nebengebührensicherstellungen (für bspw. Prozess- und Exekutionskosten) genießen nicht den Rang der Hauptforderung.

K

Kataster:

Der Kataster ist eine von den Vermessungsämtern geführte öffentliche Einrichtung zur Ersichtlichmachung bestimmter Grundstücksverhältnisse und - soweit der Grenzkataster angelegt worden ist - zum verbindlichen Nachweis der Grenzen. Der Kataster umfasst das Koordinatenverzeichnis (Unterlagen zur Lagebestimmung der Festpunkte und der Grundstücksgrenzen), Pläne und Luftbilder (Unterlagen zur Ersichtlichmachung von Tatsachen), die Katastralmappe (das ist die zeichnerische Darstellung der Grundstücke) sowie das Grundstücksverzeichnis.

Kaufoption einer Genossenschaftswohnung:

Die Kaufoption kann frühestens zehn Jahre nach Bezug der Genossenschaftswohnung ausgeübt werden. Auch nach jahrelanger Nutzung solch einer Wohnung, kann man nicht damit rechnen, dass ein niedrigerer Kaufpreis zu bezahlen ist. Gesetzlich ist nicht geregelt, dass die Bauvereinigung den später zu erwartenden Kaufpreis beim Einzug in die Wohnung bekannt gibt.

Kaution:

Die Kaution ist ein vereinbarter Geldbetrag, der im Mietvertrag schriftlich vereinbart wird. Die Kaution dient dem Vermieter zur Sicherung zukünftiger Forderungen, die mit dem Mietverhältnis in Zusammenhang stehen können - vorwiegend für Beschädigungen des Mietgegenstands oder für Mietzinsrückstände. Sollte der Mieter den Mietzins nicht bezahlt oder Schäden am Mietobjekt verursacht haben, darf der Vermieter die Kaution zurückbehalten.

L

Loft:
Ein Loft, auch Loftwohnung genannt, ist ein zur Wohnung umfunktionierter Lager- oder Industrieraum. Das Wort Loft stammt aus dem englischen und bedeutet Dachboden.

Loggia:

Loggia ist ein nicht oder kaum vorspringender, nach der Außenseite hin offener, überdachter Raum des Gebäudes. Eine typische Loggia ist an allen Seiten geschlossen und hat große Fensterfronten.

M

Maklervertrag:

Viele Kaufabschlüsse werden durch Immobilienmakler vermittelt. Der Makler hat Anspruch auf Provision, wenn er verdienstlich wurde und dadurch ein Abschluss zustande gekommen ist. Der Makler wird bereits dann verdienstlich, wenn er auf ein bestimmtes Objekt hinweist. Kommt ein Vertragsabschluss zustande, hat der Makler Anspruch auf Provision.

Kommt das abgeschlossene Geschäft über zwei oder mehrere Maler zustande, schuldet der Auftraggeber die Provison dennoch nur einmal.

Maisonette:

Als Maisonette (französisch "kleines Haus" oder "Häuschen") wird eine Wohnung bezeichnet, die zusammenhängend in mindestens zwei Geschossen eines Gebäudes angeordnet ist.

Miteigentum:

Der Miteigentumsanteil wird im Grundbuch vermerkt und zeigt, wer Eigentümer ist und wie groß sein Miteigentumsanteil ist. Miteigentum wird durch Benützungsregelungen geregelt.

Ö

Öffentlichkeitsgrundsatz im Grundbuch:

Jeder kann Einsicht in das Grundbuch nehmen. Der Öffentlichkeitsgrundsatz besagt, dass die Eintragungen im Grundbuch gelten. Was im Grundbuch steht, gilt. Was nicht im Grundbuch eingetragen ist, existiert nicht und gilt somit nicht.

P

Pfandrecht:

Als Sicherung einer Schuld kann der Schuldner dem Gläubiger ein Pfandrecht an einer Sache einräumen. Bei Kreditfinanzierung einer Immobilie verlangt der Kreditgeber die Einräumung eines Pfandrechts.

R

Rangprinzip im Grundbuch:

In welchem Rang (Reihenfolge) eine Eintragung im Grundbuch erfolgt, hängt vom Einlangen des Antrags bei Gericht ein. Der Rechtspfleger des Gerichts vermerkt am Grundbuchsantrag die Uhrzeit des Einlangens. Wird ein Grundstück zweimal verkauft, ist jener Eigentümer geworden, dessen Antrag zuerst beim Grundbuchsgericht eingelangt ist.

Rangordnung im Grundbuch:

Die Rangordnung im Grundbuch dient der vorläufigen Absicherung des Ranges und wird vom Treuhänder bei Gericht beantragt.

Der Treuhänder veranlasst bspw. die Rangordnung für die beabsichtigte Veräußerung. Der tatsächliche Eigentumsübergang geht allerdings mit der Eintragung im Grundbuch einher.

Reallast:

Die im Grundbuch eingetragene Reallast stellt die Verpflichtung des Eigentümers dar, wiederkehrende Leistungen zu erbringen. Diese können Geld, Naturalien wie bspw. Wasser, Lebensmittel oder auch Arbeit wie bspw. Pflegeleistungen sein. Die Reallast kann auch ein Ausgedinge sein. Es gewährt zum Zweck der Versorgung üblicherweise Unterkunft, Fürsorge und Unterhalt. Die Löschung der Reallast im Grundbuch, nach dem Ableben der berechtigten Person ist erst nach drei Jahren möglich.

Rentabilität:

Rentabilität drückt den Gewinn des investierten Kapitals in Prozent aus. Das Wort ist vom italienischen "Rendita" abgeleitet, was Einkunft oder Gewinn bedeutet.

Rücktritt beim Immobiliengeschäft:

Das Recht vom Vertrag zurückzutreten ist im Konsumentenschutzgesetz geregelt und soll den Käufer vor einer übereilten Entscheidung bewahren und die besondere Drucksituation berücksichtigen. Diese Bestimmung kann im Maklervertrag nicht ausgeschlossen werden.

Um vom Vertrag als Käufer zurücktreten zu können, muss das Kaufangebot am selben Tag abgegeben worden sein und ein dringendes Wohnbedürfnis gegeben sein. Ein dringendes Wohnbedürfnis liegt nicht bei Zweitwohnsitz oder gewerblicher Nutzung vor. Der Rücktritt kann innerhalb einer Woche ausdrücklich und schriftlich erklärt werden, nach dem das Angebot abgegeben wurde. Die Rücktrittserklärung gilt als wirksam, wenn sie innerhalb der Frist verschickt worden ist.

S

Simultanhypothek:

Eine Verpfändung mehrerer Gegenstände für eine Forderung. Der Schuldner verleibt der Bank Pfandrechte für mehrere Gegenstände ein. Pfandrechte bzw. Hypotheken diene der Sicherung von Haupt- und Nebenforderungen.

Jede Einlage haftet zur Gänze für die Forderung. Dr Gläubiger kann sich aussuchen, aus welcher Pfandsache er sich befriedigen möchte.

Hauptforderungen sind bspw. der Kreditbetrag. Nebenforderungen sind bspw. Zinsen.

Souterrain:

Souterrain oder Tiefparterre ist ein Synonym für das Unter- oder auch Keller-Geschoß eines Gebäudes, wenn dessen Fußboden unterhalb des Geländes auf der Seite der Straßenfassade liegt und die betreffenden Räume zum Wohnen bzw. dem dauernden Aufenthalt von Personen dienen und enstprechend ausgelegt sind.

Das Wort leitet sich aus dem französischem "sous-terrain" ab, was "unterirdisch" bedeutet.

Superädifikat:

Das Superädifikat ist ein Bauwerk, das auf fremdem Grund in der Absicht errichtet wurde, dass es nicht ständig darauf verbleibt.

Superädifikate sind nicht im Grundbuch eingetragen. Beispiele für Superädifikate sind bspw. Gartenhütten oder ein Würstelstand.

T

Treuhänder:

Der Treuhänder, in der Regel ein Rechtsanwalt oder Notar, ist Inhaber von Rechten. Der Treugeber, bspw. der Käufer einer Immobilie beauftragt den Treuhänder mit der Treuhandschaft und erteilt ihm diese Rechte.

Banken erfordern in der Regel für Immobiliengeschäfte zwecks sicherer Transaktionen von Finanzierungen die Zwischenschaltung eines Treuhänders.

U

Unbewegliche Sache:

Unbewegliche Sachen sind Liegenschaften. Bewegliche Sachen sind solche, die ohne Verletzung ihrer Substanz von einer Stelle zur anderen versetzt werden können.

V

Verkehrswert:

Der Verkehrswert einer Liegenschaft ist der Marktwert und stellt den zu erwartenden Verkaufspreis dar. Banken nutzen eigene Systeme der Verkehrswertberechnung um den Beleihungswert zu berechnen.

Vertragserrichter:
Der Vertragserrichter ist oftmals ein Rechtsanwalt oder Notar. Es kann aber auch jede beliebige Person den Vertrag errichten. Rechtsanwälte und Notare haben allerdings bestimmte Sorgfalts- und Aufklärungspflichten zu erfüllen.
 Der Vertragserrichter kann zugleich Treuhänder sein.

Vorkaufsrecht:

Ein Vorkaufsrecht ermöglicht dem Berechtigten den bevorzugten Erwerb einer Sache, wenn der Eigentümer sie verkaufen will.

W

Wiederkaufsrecht:

Das Recht, die verkaufte Sache zu einem bestimmten Preis wieder zurück zu kaufen. In der Regel wird im Kaufvertrag vereinbart, wann und zu welchem Preis die Liegenschaft wieder zurück gekauft werden kann.

Ist das Verkaufsrecht im Grundbuch eingetragen, muss es von jedem beachtet werden.