• Nico

Phishing for Fools

Aktualisiert: März 16

Im gleichnamigen Bestseller der beiden Wirtschaftsnobelpreisträger George A. Akerlof und Robert J. Stiller werden Manipulation und Täuschung in der freien Marktwirtschaft erläutert.


Mit Fokus auf der Anbieterseite zeigen sie, dass Manipulation und Täuschung feste Bestandteile jedes Marktes sind und warum Konsumenten Produkte mit glänzender Verpackung, dessen Inneres Schrott ist, kaufen.


Kreditkarten sind ein großartiges Beispiel.

Sie funktionieren wie Wunderpillen.

Wir denken, mit der Bezahloption "bar oder Karte" sind wir nicht manipulierbar und kaufen nur Produkte die wir tatsächlich brauchen.


Restaurantgäste geben bspw. 13% mehr Trinkgeld, wenn sie mit Kreditkarte bezahlen, als Gäste die bar bezahlen. Experimente zeigen auch, dass Konsumenten bei Erkennung eines Kreditkartensymbols in Produktnähe automatisch bereit sind, wesentlich höhere Preise zu bezahlen.


Diese Thematik erläutert die Vorgehensweise von Einzelhändlern, die gerne Kreditkarten annehmen, obwohl sie einen nicht unerheblichen Bruchteil des Kaufpreises als Abwicklungsgebühr an Kreditkartenfirmen bezahlen.Bei einem kleinen Lebensmittelladen geht fast ein Fünftel des durschnittlichen Gewinnaufschlags bei Lebensmitteln an Kreditkartenfirmen. Sogar bei Versteigerungen werden bei Bezahlung mit Kreditkarte weit höhere Preise erzielt, als bei Barzahlung.


Kreditkartenfirmen bieten uns nicht nur an, die Karte kostenlos zu verwenden, sondern auch zahlreiche Vorteile zu genießen. Die Rechnung kommt sowieso erst mindestens ein Monat später. Dies trägt dazu bei, dass Konsumenten riesige Schuldenberge anhäufen.


Die geschätzten Einnahmen der Kreditkartenbranche betrugen 2012 rund 150 Milliarden Dollar.

Gutes Geschäft.

Die Hälfte der Einnahmen entsteht durch Kosten auf Überziehungszinsen für negative Kontosalden, ein Drittel auf die Abwicklungsgebühren und ein weiteres Sechstel auf verschiedene Strafgebühren, darunter wieder Gebühren für verspätete Zahlungen.


Kreditkarten spielen auch eine wichtige Rolle bei Privatinsolvenzen. Der Anstieg der Kreditkartenschulden zwischen 1980 und 2006 ging mit einem Anstieg der Privatinsolvenzen um das Siebenfache einher. 33% der Personen die schon einmal pleitegegangen waren, nannten "hohe Schulden/schlechter Umgang mit Kreditkarten" als vorrangige Ursache. Diese Gruppe war höher, als die der Personen, die den Verlust ihres Arbeitsplatzes oder gesundheitliche Probleme nannten.


Es tut eben nur bar bezahlen weh...


Neben einigen weiteren "Bestsellern" für Konsumenten, wird auch die Finanzkrise 2007/08 mit Täuschung und Manipulation in Verbindung gebracht und dargestellt.


Tip: (Gebraucht) kaufen und anschließend weiterverkaufen.


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