VERMARKTUNG

Vor allem im unteren- und mittleren Preissegment sind Immobilien meist herzlos vermarktet.

Inserate sind voll von unvorteilhaften Fotos, leere Wände und Rechtschreibfehler.

Die Vermarktung ist allerdings ein essentieller Punkt für den plakativen Abschluss deines Projektes.

Du kannst die großartigste Immobilie besitzen. Wenn du sie jedoch nicht ordentlich vermarktest, wirkst du auf Interessenten unprofessionell und findest keine Abnehmer.

Als privater Immobilieninvestor kannst du leicht den Markt schlagen, indem du es Interessenten vereinfachst, deine Anlagewohnung attraktiv zu finden.

Inserate sind in der Regel wie folgt aufgebaut:

Überschrift - Bilder - Text

Überschrift:

Die Überschrift sollte die Kernaussage enthalten, welche die größte Stärke des Objekts zeigt und Interesse weckt:

  • Erstbezug nach Komplettrenovierung

  • Zentrale 2-Zimmer Wohnung mit Blick ins Grüne

  • Wohnen in Ruhelage mit Dachterasse

"Große Wohnung - günstiger Preis", "Musterstadt 60m2 Wohnung" oder "Top-Mietwohnung" sind weder aussagekräftig, noch erschaffen sie bei Interessenten zusätzlichen Anreiz auf das Inserat zu klicken.

Mit derartigen Überschriften entgehen dir viele Klicks und zahlreiche Interessenten.

Bilder:

Das Titelbild des Inserats ist das Aushängeschild der Wohnung.

Demnach sollte das Titelbild das Badezimmer, der Ausblick ins Grüne, die Dachterasse oder die neue Einbauküche zeigen.

Im Idealfall untermauert das Titelbild die aussagekräftige Überschrift. 

Weiße Wände wirken auf Bildern oft unspektakulär oder durch schlechten Lichteinfall sogar finster oder dreckig.

Um dem entgegen zu wirken und dir eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen, kannst du Bilder und Gemälde an den Wänden platzieren.

Bilder, die farblich auf Böden, Fliesen und Einrichtung abgestimmt sind, verleihen deinem Objekt einen enormen Vorteil bei der Online Vermarktung. Die Wohnung wirkt dadurch warm und beherzt.

Zudem sind die Bilder mobil und können an jeden Interessenten verkauft oder separat zur Wohnung vermietet werden.

Um neues Eigenkapital aufzubauen, anstatt es zu binden, vermiete Bilder auf Provisionsbasis von befreundeten Künstlern, sieh dich bei dir zuhause um oder male eigene.

Aussagekräftige Bilder für das Inserat sind nicht nur mit einer Profikamera, sondern auch mit dem Smartphone möglich.

Wer sich gerne mit Profikameras ausprobieren möchte, muss sich nicht zwangsläufig eine teure Spiegelreflexkamera anschaffen. Systemkameras sind preislich günstiger und völlig ausreichend. Systemkameras sind eine Art Digicam mit abnehmbarem Objektiv und ähnlichen Funktionen wie bei Spiegelreflexkameras. Immobilienprofis können mit 360-Grad-Bildern eine Immobilie ablichten. Bilder mit Rundum-Blick können mit einer Vollsphärenkamera selbst angefertigt werden.

Die Panoramafunktion am Smartphone stellt eine günstige und absolut ausreichende Alternative dar.

Meiner Meinung nach stellen teure Kameras für die Immobilienvermarktung im unteren und mittleren Preissegment keine Notwendigkeit dar. Außerdem werden Bilder oft auf den Immobilien-Plattformen automatisch komprimiert und die gute Auflösung verschwindet.

Mit einem Weitwinkelobjektiv für ein durchschnittliches Smartphone können tolle Bilder in adäquater Qualität geknipst werden. Das Objektiv ermöglicht es dir, den Raum so einzufangen, damit er möglichst realitätsnah darstellt wird. Das Objektiv zoomt heraus und ermöglicht größere Aufnahmen, indem du es ganz einfach auf dein Smartphone aufsteckst. Vor allem in kleineren Räumen ist es mit dem Weitwinkelobjektiv möglich, ganze Möbel und lange Wände zu fotografieren.

In der Regel eignen sich Fotos im Querformat am besten, denn damit lässt sich der Raum gut einfangen. Zur späteren Fotobearbeitung eignen sich klassische Programme wie Photoshop Elements oder kostenlose Alternativen wie GIMP und Paint.net. Für das Smartphone gibt es inzwischen gute und kostenlose Apps für die Bildbearbeitung, zum Beispiel PicsArt Photo Studio, Snapseed oder Photoshop Express.

Einige Smartphones haben bereits ein Bearbeitungsprogramm vorinstalliert, dort lassen sich in den Einstellungen verschiedene Faktoren wie Weißabgleich oder Belichtungswert anpassen.

In der Regel stehen die Voreinstellungen auf Automatik, womit bereits gute Bilder möglich sind.

Bei Innenaufnahmen sollte man möglichst viel Raum, wenn nicht sogar das ganze Zimmer aufs Bild bekommen. Mit dem Smartphone sollte keinesfalls die Kamera gekippt, oder stehend auf einer Leiter fotografiert werden, um mehr Raum einzufangen. Dadurch laufen Wandlinien schief aufeinander zu und die Perspektive verzerrt sich, ohne mehr Raum einzufangen.

 

Idealerweise wird aus einem Meter Höhe fotografiert. Dafür kannst du in die Knie gehen und das Smartphone etwas tiefer halten. Die Kamera sollte dabei möglichst gerade gehalten werden. Wasserwaage ist allerdings nicht nötig.

Die Räume können aus allen vier Ecken fotografiert werden. Aus den Ecken kann der meiste Platz abgelichtet werden. Zwischen Türrahmen oder in Gängen zu stehen und von dort aus zu fotografieren, ist meist unvorteilhaft.

Bei möblierten Wohnungen sollten wenn möglich zweierlei Fotos geschossen werden. Einmal mit und einmal ohne Möbel.

Neben einer ordentlichen Belichtung und aufgeräumten Räumen sollten abgeschnittene Möbel für Fotos entfernt werden.

Die Möbel wirken sonst deplatziert und der Raum unaufgeräumt oder klein.

Bei Außenaufnahmen von Häusern entsteht schnell ein 2D-Effekt. Nämlich dann, wenn Gebäude frontal abgelichtet werden.

3D-Effekte werden erreicht, indem das Gebäude von der Seite fotografiert wird und dadurch die Längsfassade sichtbar ist.

Bei höheren Häusern sollte man die Froschperspektive vermeiden, da die Ränder nach oben hin optisch zusammen laufen. Stattdessen kann man es auch vom zweiten oder dritten Stock eines gegenüberliegenden Gebäudes fotografieren.

Bei Außenaufnahmen sollte jedenfalls darauf geachtet werden, dass am Tag der Aufnahmen kein Regen, Nebel oder Finsternis das Foto betrüben. Sonne und klarer, wolkenloser Himmel wirken jedenfalls freundlich.

Mülltonnen, Mist, dreckige Straßen und hässliche Autos sollten auch nicht mit am Bild sein.

Text:

Ehrlichkeit währt am längsten.

Falsche Angaben oder Missverständnisse bezüglich Kosten oder Größe der Wohnung enden in peinlichen Erklärungsversuchen oder Streitereien.

Fokussiere dich beim Text auf die Hervorhebung der Vorteile.

Jedenfalls solltest du bekanntgeben, dass du privat agierst, keine Maklergebühren, oder Mietvertragsgebühren anfallen und Irrtümer, sowie Tipfehler vorbehalten sind.

Im Textbereich sollten zuerst die Eckdaten der Wohnung angeführt werden.

Wichtige Eckdaten sind bspw. Baujahr, Lift, Keller, Parkplatz, Balkon, Loggia, Einbauküche, Beheizungsart und Betriebskosten. Falls kein Grundriss abgebildet ist, sollte dieser kurz beschrieben werden oder eine eigene Darstellung erstellt werden.

Wenn ein ungefährer Wert für Strom- und Heizungskosten besteht, sollte auch dieser angegeben werden.

Angaben zum Energieverbrauch sind gesetzlich verpflichtend. Diese findest du am Energieausweis, von welchem du bei beginnender Vermietung dem Mieter eine Kopie aushändigen musst. Der Elektroprüfbericht hingegen, muss nicht im Inserat vorhanden sein, ist jedoch vorteilhaft und vertrauenserweckend.

Danach kannst du kurz die einzelnen Zimmer kurz beschreiben.

Dies sollte enthalten welche Fliesen, Böden und Farben, sowie Anschlüsse (Fernseher, Internet, Waschmaschine, etc.) vorhanden sind. Küchen, sowie sämtliche Geräte und Funktionen sollten ebenfalls beschrieben werden. Angaben, dass Außenrollos vorhanden sind, in der Wohnung nicht geraucht wurde und keine Tiere gehalten wurden sind für Interessenten ebenfalls nützlich. Falls kein Parkplatz mit der Miete oder dem Eigentum verbunden ist, können Infos zu Alternativen helfen. Möglicherweise sind ausreichende öffentliche Parkplätze vorhanden, es besteht die Möglichkeit ein Parkpickerl bei der Stadt zu beantragen, es gibt keine Kurzparkzone, es können extra Parkplätze bei der Hausverwaltung angefragt werden, etc.

Ergänzend können Angaben zu Entfernungen und Infrastruktur gemacht werden. Dies sind zum Beispiel Gesundheit, Nahversorgung, Schulen, öffentliche Einrichtungen, Sonstige (Bank, Post, etc.) und Verkehr (Autobahnanschluss, Busverbindungen, Bahnhof).

OpenStreetMap.at bietet dafür kostenlose Dienste an.

Am Ende solltest du Kontaktdaten und die gewünschte Art der Kontaktierung bekanntgeben.

Inserieren:

Kostenlose Inserate auf immowelt.at, immobilienscout24.at und willhaben.at sind völlig ausreichend.

Zusätzlich kannst du das Inserat auf deinem Facebook-Profil teilen.

Vom Teilen deines Inserates in Facebook-Gruppen halte ich wenig. Die Anfragen, welche dadurch entstehen, sind großteils unseriös und von Personen, die aus diversen Gründen sofort eine Wohnung benötigen, allerdings erfolglos bleiben. Zudem erfolgen schädigende Kommentare von Personen, die ihre dunkle Seite im Internet ausleben, dich beleidigen und dir neidig dein Geschäft ruinieren wollen.

 

Unterstützend zu den online Inseraten kannst du ausgedruckte Inserate am Gebäudeeingang deiner Wohnung platzieren.

Wenn du gerne weitere ausgedruckte Inserate anbringen möchtest, kannst du auch beim Bezirksgericht inserieren, wo bspw. Scheidungen vonstatten gehen. Ansonsten ist die Platzierung von Inseraten selten erlaubt oder kostenlos. BILLA-Filialen, wenige Baumärkte und öffentliche Einrichtungen wie Universitäten, Fachhochschulen etc. stellen Ausnahmen dar.

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